„Hö, Transwas?“ So klingt es, wenn man jemanden von
seiner winterlichen Reise an das gefühlte Ende Europas erzählt. Am Hintern von
Moldawien, genauer hinter dem Fluss Dnister, liegt die knapp eine halbe Million
Einwohner umfassende, sich selber in Unabhängigkeit suhlende, Republik
Transnistrien (Eigenbezeichnung: Pridnestrowien). Ganz ehrlich: Die zehn Stunden mit minimalem bürokratischen Aufwand erhältliche Aufenthaltsbewilligung ist jede Minute
wert. Transnistrien ist der wahrscheinlich unkonventionellste Landstrich
Europas (zumindest für die Geschichtsinteressierten unter uns - für alle anderen ist es eher todlangweilig).
Mit dem Fall der Sowjetunion waren die Transnistrier nicht
sonderlich einverstanden. Sie entschlossen sich kurzerhand das
völkerrechtlich zu Moldawien gehörende Stückchen hinter dem Dnister an sich zu reissen und
so die Sowjetunion mit Museumscharme weiterleben zu lassen. Das ist ihnen recht
gut gelungen. Es lohnt sich für den Kurzaufenthalt im letzten
Hammer-Sichel-Staat Europas einen Reiseführer zu buchen. Und keine Angst, die
mit Maschengewehren umherstolzierenden Guerilla mässig aussehenden „Zöllner“
von Benderit machen einem nichts – zumindest uns haben sie in Frieden gelassen.
Falls die Möglichkeit besteht, unbedingt mit dem frühmorgens fahrenden Zug
(ausgestattet mit Holzbänken) in den abtrünnigen Staat einrollen. Am Bahnhof
von Tiraspol könnt ihr euch dann um die Formalitäten kümmern – klappt schon
irgendwie, auch wenn man der kyrillischen Schrift nicht mächtig ist. Nimmt einfach
adäquat viel Geld mit: in Transnistrien kann man weder Geld rauslassen noch mit
dem Handy telefonieren. Wie gesagt: das Ganze mutet ziemlich museal an.
Auf der folgenden Seite lassen sich geführte Touren buchen. Smolenskiy, der sehr gut Deutsch spricht, ist ein Garant für Spass: http://transnistria-tour.com/de/
| Links: Unser Reiseguide Smolenskiy / Rechts: ein lokaler Maler |
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